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Die russische Stimme der Stadt

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Die russische Stimme der Stadt

"Russkij Berlin" sendet täglich neun Stunden Musik und Unterhaltung auf Russisch. Der Privatsender ist einzigartig in Europa - und hilft bei der Integration.

06. 05. 2010
VON OLGA KAPUSTINA

Mark Schmal hebt seine Hände hoch, atmet tief ein, stößt aus: "Vsjo charascho!" Seine Stimme ist kräftig. Die Worte "Alles ist gut!" klingen überzeugend. Früher spielte Schmal Theater und Cello. Heute moderiert er beim Radiosender "Russkij Berlin". Im Studio in Kreuzberg stehen drei Bildschirme und ein Mischpult, überall liegen Blätter mit Texten. Beim Sprechen gestikuliert der Moderator virtuos wie ein Dirigent. Jetzt ist die Zeit des Wunschkonzerts.

"Das ist die beliebteste Sendung. HörerInnen rufen an, grüßen ihre Freunde und bestellen Wunschlieder", sagt Ewgenij Smyschljaew. Der langhaarige Musiker mit Brille ist fürs Programm zuständig. Er betreut das 12-köpfige Team des Senders, der nicht nur in Deutschland, sondern auch in ganz Westeuropa einzigartig ist. Russkij Berlin sendet täglich von 9 bis 16 Uhr aufder Frequenz 97,2auf Russisch. Bald wird das Programm um drei weitere Abendstunden erweitert. Die entsprechende Genehmigung der Medienanstalt Berlin-Brandenburg liegt bereits vor. "Der Sender hat eine große Hörerschaft und ein anerkanntes Programm. Er ist wirtschaftlich stabil und trägt zur Vielfalt bei", sagt die MBB-Sprecherin Susanne Grams.

Russkij Berlin ist ein privater Sender, der durch Werbeeinnahmen finanziert wird und der Medienholding RusMedia gehört. Laut der Sender-Website hören 25.000 Menschen stündlich zu. Es gebe reichlich Feedback, so Smyschljaew. "Einige schreiben E-Mails, weil sie sich über bestimmte Lieder ärgern." Für viele HörerInnen sei der Sender zum täglichen Begleiter geworden, der Stoff zum Nachdenken liefert.

Damit erfüllt der Sender eine nicht unwichtige Funktion bei der Integration der russischen Minderheit, erklärt Horst Pöttker von der Technischen Universität Dortmund, der viel zum Thema Medien und ethnische Minderheiten geforscht hat: "Die eigene Muttersprache hören zu können ist wichtig, um sich wohl zu fühlen. Ohne Wohlgefühl geht die Integration nicht." Rund 300.000 russischsprachige Menschen leben in Berlin.

"Die Geschmäcker sind sehr unterschiedlich", sagt Kirill Krasovskij, der für Musik zuständig ist. Ihr Anteil liegt bei 80 Prozent der Sendezeit. Die neuen Hits aus Russland bekommt der 27-Jährige kostenlos von einem großen russischen Musiklieferanten.

Krasovskij ist von Anfang an beim Sender dabei. Noch 2003 nahm er an den Workshops der türkischstämmigen Kollegen von Metropol FM, der Pioniere im Bereich ethnische Radiosender in Berlin, teil. Heute ist er nicht nur Musikredakteur, sondern auch Moderator und Autor. Auch andere MitarbeiterInnen bei Russkij Berlin sind multitaskingfähig und flexibel.

Eigentlich sollte Schmal heute frei haben. Am frühen Morgen kam ein Anruf, ob der 36-Jährige einen anderen Moderator vertreten könne. Das Studiotelefon ist lautlos eingestellt. Es leuchtet durchgehend. Eine Frau ist durchgekommen. "Welches Lied wollen Sie hören?", grüßt sie Schmal. "Bitte schnell. In einer Minute sind wir on air!" Der Moderator gibt den Titel in der Suchmaske ein und gleichzeitig erzählt er der Anruferin, wie sie die Eintrittskarten für eine Feier am Wochenende abholen kann. Die Tickets hat die russische Botschaft kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Frau gratuliert ihrer Tochter zum Geburtstag. Ihre Stimme zittert, während sie die selbst gereimten Zeilen in der Live-Sendung vorliest. Die Berlinerin bestellt ein Lied von Alla Pugatschjowa, der Primadonna aus Sowjetzeiten. Der Slogan von Russkij Berlin heißt "Die Stimme unserer Stadt".
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